Allgemeines

Das Wichtigste gleich zu Beginn: Schwindel ist keine Krankheit. Er ist ein Symptom, das von einer Störung des Gleichgewichtssinnes hervorgerufen wird. In den meisten Fällen sind diese Störungen harmlos und vergehen recht schnell wieder. Diesen Schwindel kennt jeder vom zu schnellem Aufstehen, dem ausgelassenen Spiel mit Kindern und Enkeln oder einer Karussellfahrt.

Rund 30 % aller Menschen entwickeln jedoch einmal im Leben einen behandlungsbedürftigen Schwindel. Trotz dieser hohen Relevanz besteht für das Symptom Schwindel weiterhin eine Unter- und Fehlversorgung. Diese lässt sich zumindest teilweise durch die vielen dem Schwindel zugrundeliegenden Erkrankungen erklären, die nicht nur Patienten verunsichern.

Definition

Als Schwindel (fachsprachlich Vertigo) bezeichnen wir im Alltag das Empfinden eines Drehens oder Schwankens, das Gefühl, sich nicht sicher im Raum bewegen zu können, oder auch das Gefühl der drohenden Bewusstlosigkeit. Im Deutschen wird das Wort folglich für eine Reihe unterschiedlicher Empfindungen verwendet, was die Einordnung für Angehörige und Ärzte oft erschwert.

Im medizinischen Sinn wird Schwindel als wahrgenommene Scheinbewegung zwischen sich und der Umwelt definiert. Dabei unterscheidet man verschiedene Schwindelformen

  • Drehschwindel
  • Schwankschwindel
  • Liftschwindel
  • Gangunsicherheit
  • Benommenheitsschwindel
Unser Gleichgewichtssinn

Unser Gleichgewichtssinn ist das Ergebnis eines äußerst komplexen Zusammenspiels verschiedener Sinne. Neben unserem Innenohr mit seiner vestibulären Wahrnehmung sind auch unsere Augen als optisches System und zahllose Lagerezeptoren in unseren Muskeln und Gelenken, das sog. propriozeptive System, beteiligt.

Das aus zwei Teilen bestehende Gleichgewichtsorgan ist Teil des Innenohrs. Es besteht aus dem Vorhof (lat. vestibulum) und den Bogengängen.

 

Anatomie des Ohres

Anatomie des Gleichgewichtsorgans

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Vorhof befinden sich die Vorhofsäckchen, die durch feine Gänge miteinander verbunden sind. Diese Säckchen, Utriculus und Sacculus, enthalten Sinneshärchen, die in eine gallertartige Membran hineinragen. Diese ist im Utriculus horizontal angeordnet, im Sacculus vertikal. In der Oberfläche der Gallertschichten befinden sich kleine Kristalle aus Kalziumkarbonat, die sog. Ohrsteinchen oder Otolithen. Durch Lagewechsel des Körpers bewegt sich die Gallertschicht und die Sinneshärchen werden – vergleichbar mit Gras, das sich im Wind wiegt – abgeschert. Auf diese Weise nehmen wir Schwerkraft und Beschleunigungen wahr.

Die Bogengänge sind drei halbrunde, flüssigkeitsgefüllte Kanäle, die ungefähr senkrecht zueinander stehen und so die drei Raumebenen abbilden. Auch diese enthalten bewegungsempfindliche Sinneshärchen. Mit ihnen nehmen wir Drehbewegungen des Kopfes wahr.

Die vom Gleichgewichtsorgan aufgenommenen Informationen werden über den Gleichgewichtsnerv (Nervus vestibularis) an Hirn und Hirnstamm gesendet und dort verarbeitet. Diese drei Elemente

  • das Gleichgewichtsorgan im Innenohr,
  • der Gleichgewichtsnerv und
  • die zugehörigen Hirnareale

bilden zusammen unser Gleichgewichts- oder vestibuläres System.

Das Gleichgewichtssystem wird noch in zentral-vestibuläre und peripher-vestibuläre Anteile unterteilt.  Als „zentral“ werden die in zentraler Lage im Gehirn liegenden Elemente bezeichnet. Zentral-vestibuläre Schwindelursachen liegen dementsprechend also im Hirn selbst. Als „peripher“ („außen liegend“) werden die Bereiche bezeichnet, die nicht im Gehirn selbst liegen, also das Gleichgewichtsorgan im Innenohr und der Gleichgewichtsnerv. Hier hat mit dem peripher-vestibulären Schwindel die Art von Schwindel ihren Ursprung, die sich mit gezieltem Training praktisch vollständig abstellen lässt.

Nicht-vestibuläre Schwindelursachen haben ihren Ursprung entsprechend ganz außerhalb des Gleichgewichtssystems. Hierzu gehören neben psychischen Ursachen, Herz-Kreislauf-Probleme, Medikamentennebenwirkungen aber auch Erkrankungen der übrigen am Raumgefühl beteiligten Sinnessysteme.

Vestibulärer Schwindel

Lässt sich eine Ursache feststellen, so handelt es sich häufig um den sogenannten vestibulären Schwindel. Seine Ursachen liegen im Gleichgewichtssystem und betreffen unser Gleichgewichtsorgan (Innenohr bzw. Labyrinth), oder auch das Gleichgewichtszentrum bzw. die Gleichgewichtsnerven.

Beim peripheren Schwindel, dem ein- oder beidseitigen Labyrinthausfall, gilt das Schwindel- bzw. Gleichgewichtstraining als beste und schnellste Therapiemaßnahme. Das Gehirn wird durch gezielte Übungen trainiert mit den verbleibenden Sinnen den Ausfall zu kompensieren – ohne Medikamente und absolut nichtinvasiv.

Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel

Am häufigsten tritt der periphere Schwindel als Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel auf. Dieser wird durch kleine Kalksteinchen, sog. Ohrsteinchen oder Otolithen, ausgelöst die sich im Innenohr aus dem hinteren Vorhofsäckchen (Utriculus) lösen und an der Kuppel des hinteren Bogengangs anlagern. Trotz ihrer geringen Größe verursacht ihr Gewicht Funktionsstörungen im hinteren Bogengang. In der Folge reagiert dieser überempfindlich auf Drehbeschleunigungen. In der Regel lösen sich die Kalksteinchen im höheren Lebensalter ab. Allerdings können auch Unfälle mit Schädel-Hirn-Trauma oder eine Entzündung des Gleichgewichtsnervs bzw. längere Bettlägerigkeit die Ursache sein.

Der gutartige Lagerungsschwindel lässt sich sehr gut mit Lagerungsmaneuvern behandeln, mit deren Hilfe die Kalksteinchen wieder an ihre normale Position zurück befördert werden. Eine Anleitung wie sie das bekannte Epley Maneuver zuhause durchführen können finden sie hier.

Morbus Menière

Morbus Menière ist eine chronische, unheilbare Erkrankung des Innenohrs. Diese wird durch eine ganze Reihe von Symptomen charakterisiert, die durch eine abnormal große Menge an Flüssigkeit (genannt Endolymphe) im Innenohr verursacht wird.

Obwohl Morbus Menière grundsätzlich in jedem Alter auftreten kann, entwickelt er sich am häufigsten bei Erwachsenen zwischen 40 und 60 Jahren. Die genaue Ursache für den Ausbruch von Morbus Menière ist noch nicht bekannt. Die zahlreichen Theorien, die im Laufe der Jahre vorgeschlagen wurden, umfassen: Mikrozirkulationsstörungen, Virusinfektionen, Allergien, Autoimmunreaktionen, Migräne sowie eine genetische Prädisposition.

Morbus Menière verläuft in Schüben. Diesen gehen typische Symptome als Warnsignale voraus. Rechtzeitig erkannt ist es Betroffene möglich vor einem erneuten Schub geeignete Maßnahmen zu ihrer eigenen Sicherheit und nicht zuletzt auch Komfort zu ergreifen. Zu den Warnsignalen gehören:

• Gleichgewichtsstörungen
• Schwindel, Benommenheit
• Kopfschmerzen, erhöhter Ohrdruck
• Hörverlust oder Tinnitus
• Geräuschempfindlichkeit
• innere Unruhe

Zu den frühen Symptomen eines Schubes gehören:
• spontaner, heftiger Drehschwindel
• an- und abschwellender Hörverlust
• Druck auf den Ohren und/oder Tinnitus

Zusätzlich können während eines Angriffs folgende Symptome auftreten:
• Beklemmung, Angst
• Durchfall
• verschwommenes Sehen oder Zucken der Augen (Nystagmus)
• Übelkeit und Erbrechen
• kalter Schweiß, Herzklopfen/ erhöhter Puls
• Zittern

Im Nachgang eines Schubs kommt es oft zu einer Periode extremer Erschöpfung, mit stundenlangen Schlafphasen.

Derzeit praktizierte Behandlungen zielen entweder darauf ab, den Schweregrad eines Schubs zu vermindern, oder die Schwere und Häufigkeit auf lange Sicht zu reduzieren.

Medikamentös können während eines Schubs zumindest einige Symptome, wie z. B. Schwindel, Übelkeit/Erbrechen gelindert werden.

Um die Gleichgewichtsstörungen zu lindern, die Betroffene auch zwischen den Schüben plagen, kann gezieltes Gleichgewichtstraining zur Anwendung kommen. Es trainiert das Zusammenspiel der verbliebenen, nicht in Mitleidenschaft gezogenen Sinne, und des Gehirns.

Für diejenigen Betroffenen, die nicht auf Medikamente oder Gleichgewichtstraining reagieren, kann ein Arzt weitere Behandlungen empfehlen. Diese sind jedoch regelmäßig mit einem höheren Risiko verbunden. Zu den verbleibenden Optionen gehört die Zerstörung des Gleichgewichtsorgans durch Injektionen mit bestimmten Medikamenten. Damit verbunden ist jedoch das Risiko von Hörverlust und anhaltenden Gleichgewichtsstörungen.

Darüber hinaus gibt es zwei Behandlungsoptionen durch Operation. Eine Operationsmethode zielt darauf ab das Innenohr zu entlasten. Diese wird jedoch aufgrund der fragwürdigen Langzeitwirkung nur noch zurückhaltend praktiziert.  Darüber hinaus besteht die Möglichkeit die Übertragung von Fehlinformationen zum Gehirn zu blockieren, indem entweder das Gleichgewichtsorgan selbst oder der Vestibularnerv zerstört wird.

Im Nachgang einer jeden Operation ist jedoch Gleichgewichtstraining, begleitet von Physiotherapie, angezeigt, um den Verlust der Innenohrfunktion bestmöglich auszugleichen.

Altersschwindel

Neben den krankheitsbedingten Ursachen tritt bei vielen Menschen irgendwann Altersschwindel auf. Dieser wird durch das altersbedingte Nachlassen der sensorischen Leistungsfähigkeit ausgelöst und gehört somit zu den normalen Begleiterscheinungen eines langen Lebens.

Der typische Altersschwindel hat eine Vielzahl verschiedener Ursachen: Die Durchblutung des Innenohrs verschlechtert sich. Hinzu kommen eine langsamere Nervenübertragung und Reizverarbeitung im Gehirn. In Verbindung mit alterstypischen Veränderungen am Auge, der Abnahme von Muskelmasse und -kraft, einer geringeren Reaktionsfähigkeit und Koordination, kann dies zu Schwindelgefühlen führen. Altersschwindel gehört folglich nicht in eine der großen Schwindel-Kategorien (wie z.B. „vestibulärer Schwindel“), da er viele verschiedene Ursachen hat.

Weitere Informationen finden Sie in unserem umfangreichen Ratgeber „Altersschwindel“.

Felsenbeinfraktur

Die Felsenbeinfraktur wir im Alltag zumeist als Schädelbasisbruch bezeichnet. Als Felsenbein bezeichnet man den Teil des Schädels der das Innenohr umgibt. Obwohl das Felsenbein der härteste Knochen des menschlichen Schädels ist, kann es zu Brüchen, insbesondere bei schweren Unfällen kommen.

Das Innenohr und damit unser Gleichgewichtsorgan wird vor allem bei der sog. Längsfraktur, die entlang des Gehörganges verläuft, in Mitleidenschaft gezogen. Sie ist mit 85 % auch die häufigste Form der Felsenbeinfraktur.

Die akute Innenohrschwerhörigkeit wird mit Blut verdünnenden Mitteln behandelt. Gegen den Schwindel kommen zunächst spezielle Medikamente, sog. Antivertiginosa, zum Einsatz. Bei einer dauerhaften Schädigung des Gleichgewichtsorgans kann Gleichgewichtstraining helfen den Funktionsausfall zu kompensieren.

Labyrinthitis

Als Labyrinthitis bezeichnet man eine Infektion, die das Innenohr oder die Nerven, die das Innenohr mit dem Gehirn verbinden, befällt. Diese Entzündung stört die Übertragung von sensorischen Informationen vom Ohr zum Gehirn. Drehschwindel, Gleichgewichts- und Hörstörungen können die Folge sein.

Infektionen des Innenohrs sind normalerweise viral; seltener ist die Ursache bakteriell. Solche Innenohrinfektionen sind nicht mit den Mittelohrentzündungen gleichzusetzen, wie sie in der Kindheit häufig in der Umgebung des Trommelfells auftreten.

Beim Verdacht auf Labyrinthitis sollte in jedem Fall ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufgesucht werden. Bei einer akuten Mittelohrentzündung wird wahrscheinlich eine sogenannte Paukendrainage zur sofortigen Entlastung durchführen. Zusätzlich kann ein Ablassen eines Paukenergusses, sprich einer Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr, notwendig werden. Darüber hinaus sind oftmals Infusionen mit liquorgängigen, also die Blut-Hirn-Schranke passierenden, Antibiotika notwendig, um eine weitere Ausbreitung der Infektion auf die Hirnhäute vorzubeugen.

Bei einer Labyrinthitis, die auf eine virale Infektion zurückzuführen ist, können oftmals mit Kortisonderivaten gute Ergebnisse erzielt werden. Ist ein viraler Infekt die Ursache kommt auch die Anwendung von Virostatika , bzw. einer autoimmunen Ursache die von Immunsuppressiva, in Betracht.

Vestibularisparoxysmie

Bei der Vestibularisparoxysmie tritt Schwindel anfallsartig auf und dauert nur wenige Sekunden bis wenige Minuten an. Die Ursache ist eine Störung oder Schädigung des Gleichgewichtsnervs. Häufig ist Druck, der durch eine Arterie ausgeübt wird hierfür verantwortlich. Dadurch können sowohl Dreh- als auch Schwankschwindel auftreten. In wenigen Fällen auch gleichzeitig eine Hörminderung.

Oftmals lässt sich der Schwindel durch eine bestimmte Kopfhaltung oder durch eine rasche und zu tiefe Atmung (Hyperventilation) auslösen. Zur Behandlung der Vestibularisparoxysmie werden Medikamente eingesetzt, die auch bei der Behandlung von Epilepsie zum Einsatz kommen (sog. Antikonvulsiva).

Wenn die medikamentöse Behandlung keine Verbesserung ergibt, besteht noch die Möglichkeit, durch einen neurochirurgischen Eingriff den Kontakt zwischen dem Gleichgewichtsnerv und der Arterie zu unterbinden.

Zentral-vestibulärer Schwindel

Beim zentral-vestibulären Schwindel liegen die Ursachen nicht im Innenohr selbst. Zentraler Schwindel hat seine Ursachen in einer Schädigung des Gehirns. Je nach Ursache, z. B. bei einem Akustikusneurom, kann auch hier Schwindel- bzw. Gleichgewichtstraining zur Therapie eingesetzt werden. Das Gehirn wird durch gezielte Übungen trainiert mit den verbleibenden Sinnen den Ausfall zu kompensieren – ohne Medikamente und absolut nichtinvasiv.

Schwindelanfälle zentralen Ursprungs treten oftmals plötzlich auf und dauern je nach Ursache wenige Sekunden bis zu mehreren Tagen. Oftmals treten auch deutliche körperliche Einschränkungen, wie Seh-, Schluck- und Sprechstörungen auf. Darüber hinaus kann es auch zu Lähmungserscheinungen, Koordinationsstörungen oder Fehlempfindungen des Tastsinns kommen. Auch ein richtungswechselnder oder vertikaler Nystagmus, d. h. eine unkontrollierbare und rhythmische Bewegung der Augen, kann ein Indikator für zentralen Schwindel sein.

Beim Auftreten begleitender Symptome sollte schnellstmöglich ein Arzt zurate gezogen werden, um einen Schlaganfall als Ursache auszuschließen! 

Neben Erkrankungen und Verletzungen können auch einige Medikamente als Auslöser von vestibulärem Schwindel sein. Dazu zählen Mittel gegen Bluthochdruck, Depression, Epilepsie und Migräne, Beruhigungsmittel (Sedativa) sowie Antibiotika (aus der Familie der Aminoglykoside).

Zudem können Alkohol- und Drogenkonsum vorübergehend die zentrale Steuerung des Gleichgewichts lahmlegen oder dauerhaft so schädigen, dass das Gleichgewicht in Mitleidenschaft gezogen wird.

Vestibuläre oder Basilaris-Migräne

Die Basilaris-Migräne ist eine besondere und sehr seltene Migräneform, die vor allem junge Menschen betrifft. Während die Ursache vieler Migräneformen noch immer ungeklärt ist, kann man die Basilaris-Migräne zweifelsfrei auf eine Ischämie, d. h. auf eine Durchblutungsstörung in bestimmten Gehirnbereichen zurückführen.

Wie auch die normale Migräne hat die Basilaris-Migräne zahlreiche begleitende Symptome, die allerdings nicht immer alle gemeinsam auftreten müssen. Typischerweise gehen einem Anfall sogenannte Aurasyptome voraus, d. h. der Betroffene sieht Lichtblitze oder ähnliche Effekte.

Häufig kommen die folgenden Symptome vor:

  • intensive, plötzlich einsetzende Kopfschmerzen (ein- oder doppelseitig)
  • Geräusch- und Lichtempfindlichkeit
  • akuter Schwindel
  • Übelkeit/ Erbrechen
  • Nystagmus (unwillkürliche, rhythmische Bewegungen des Auges)
  • Störungen der Bewegungsabläufe
Akustikusneurinom

Als Akustikusneurinom oder auch Vestibularisschwannom bezeichnet man einen selten auftretenden gutartigen Tumor des Hör- und Gleichgewichtsnervs. Gutartig bedeutet, dass sich der Tumor vom umgebenden Gewebe abkapselt, keine Metastasen bildet (d. h. er „streut“ nicht) und nur sehr langsam wächst.

Zu den Symptomen gehören Hörverlust und Schwindel, oftmals verursacht er aber auch gar keine Beschwerden.

Die Behandlung richtet sich typischerweise nach der Größe des Tumors und dem Alter des Betroffenen. Kleinere Tumore werden zunächst oftmals nur überwacht, da gerade bei älteren Betroffenen dieser nicht mehr wächst oder sogar schrumpft. Ist eine Behandlung notwendig, werden kleinere Tumore bestrahlt, größere werden operativ entfernt.

Vestibuläre Epilepsie

Die vestibuläre Epilepsie ist eine der zahlreichen Formen in denen epileptische Erkrankungen zu Tag treten. Zu ihren Symptomen gehört neben Schwindel auch das für Drehschwindel typische unwillkürliche Augenzucken, Nystagmus.

Der Schwindel geht dem eigentlichen epileptischen Anfall oftmals voraus. Wie andere Epilepsieformen auch wird die vestibuläre Epilepsie medikamentös mithilfe sogenannter Antiepileptika behandelt.

Nicht-vestibulärer Schwindel

Der nicht-vestibuläre Schwindel wird nicht von einer Störung des Gleichgewichtssinns hervorgerufen. Ursächlich sind eine Reihe verschiedener Krankheitsbilder, u. a. Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (z. B. Blutdruckschwankungen), Vergiftungen, Sehstörungen, HWS-Syndrom und Traumata.

Darüber hinaus ist der psychogene Schwindel eine der häufigsten nicht-vestibulären Schwindelformen. Er wird durch Stress oder Angstzustände ausgelöst und ist nicht selten situationsbedingt. Der phobische Schwankschwindel wird beispielsweise ausgelöst, wenn sich ein Mensch in für ihn als belastend empfundene Situationen begibt. Höhen- und Platzangst zählen dazu ebenso wie schlichtes „Lampenfieber“.

Vom Schwindel zur Diagnose

Wer häufiger unter Schwindel leidet sollte unbedingt einen Arzt zurate ziehen. Um die Stellung einer zuverlässige Diagnose zu erleichtern, sollten Sie vorab die folgenden Fragen beantworten:

  1. Unter welcher Art Schwindel leiden Sie? Dreh-, Schwank-, oder Liftschwindel? Tritt Raum- oder Gangunsicherheit auf? Fühlen Sie sich benommen (Benommenheitsschwindel)?
  2. Handelt es sich um kurze Schwindelattacken oder Dauerschwindel?
  3. Tritt der Schwindel bei bestimmten Bewegungen auf? Lässt er sich gezielt auslösen oder verstärken?
  4. Treten weitere Symptome, wie Erbrechen, Hörstörungen, Kopfschmerzen oder Sehstörungen, auf?

Hilfestellung zur Vorbereitung Ihres Arzttermins bietet das EQUIVert Schwindeltagebuch.

1. So unterscheiden Sie die Schwindelarten

Drehschwindel „Wie im Karussell“

Drehschwindel löst bei Betroffenen das Gefühl aus als würden sie sich selbst oder die Umwelt um sie herum drehen. Oftmals kann die Drehrichtung eindeutig benannt werden. Der Schwindel ist nicht selten derart stark, dass er zu Übelkeit bis hin zu Erbrechen führt.

Schwankschwindel „Wie auf einem Schiff“

Von Schwankschwindel betroffene haben das Gefühl, dass sich der Boden unter ihren Füßen bewegt. Der Körper reagiert mit unwillkürliche Ausgleichsbewegungen, was zu einer besonders hohen Fallneigung führt. Übelkeit und Erbrechen sind jedoch selten. Für die Betroffenen geht Schwankschwindel häufig mit dem Gefühl einer drohenden Ohnmacht einher.

Liftschwindel „Wie im Aufzug“

Der Liftschwindel äußert sich im Gefühl sich schnell auf und ab zu bewegen. In schweren Fällen bis hin zum Gefühl plötzlich abzustürzen . Oft folgt dem eigentlichen Schwindel Benommenheit und Unwohlsein.

Gangunsicherheit (bei klarem Kopf)

Bei genaueren Befragungen wird die Gangunsicherheit von Betroffenen letztlich nicht als Schwindel, sondern als unsicheres Raumgefühl beschrieben. Dies setzt ausschließlich beim Gehen ein und hört auf sobald die Betroffenen sitzen oder liegen. Übelkeit oder gar Erbrechen treten bei Gangunsicherheit nicht auf.

Benommenheitsschwindel

Beim Benommenheitsschwindel kommt zum unsicheren Raumgefühl des Gangschwindels noch Benommenheit bis hin zum Gefühl einer drohenden Ohnmacht.

2. Schwindelattacken oder Dauerschwindel?

Neben der Art des Schwindels ist auch deren Dauer zentral um die Ursache Ihres Schwindels weiter eingrenzen zu können.

Attackenschwindel

Das Schwindelgefühl setzt schnell ein und dauert oft nur wenige Sekunden oder Minuten.

Dauerschwindel

Halten die Symptome mehrere Tage oder sogar Wochen an, spricht man von Dauerschwindel.

3. Was löst den Schwindel aus? Wie kann man ihn verstärken?

Die Auslöser von Schwindel sind so vielfältig wie die von Schwindel Betroffenen.

Schwindel wird häufig ausgelöst durch

  • bestimmte Kopfbewegungen,
  • schnelles Aufrichten,
  • Arbeiten mit Armen über dem Kopf,
  • eine neue Brille,
  • bestimmte Medikamenten,

einschneidende Lebensereignisse bzw. psychische Belastungen.

4. Zusätzliche Symptome

Die Scheinbewegungen bei Schwindel lösen in der Regel weitere Symptome aus. Dazu gehören

  • Stand- und Gangunsicherheit,
  • Übelkeit, Erbrechen und Ohrensausen,
  • Hörstörungen,
  • Gefühllosigkeit in den Beinen,
  • Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen
  • sowie Störungen der Augenmuskulatur, sog. Nystagmus oder Augenzittern.